Archiv für die Kategorie „Kommunikation“

Du sollst dir von der Bahn kein Bildnis machen.

Sonntag, 1. August 2010

No trains, pleas!Ort der Handlung: Die Marketingzentrale der besten Bahn der Welt. „Wir zeigen in der Werbung keine Züge.“ Die das sagte und wie sie es sagte, liess keinen Widerspruch aufkommen. „Don’t ask, that’s our policy!”

Dies erinnert mich fast ein wenig an den Bildersturm der Reformation. Damals hat man mit dem gleichen Eifer die Heiligenbilder aus den Kirchen verbannt. Mit ähnlicher Wirkung, wie wir sehen werden.

Das Marketing sagt „Wir zeigen keine Züge“. Folglich werden keine Fotos von Zügen gemacht, auch keine Filme. Doch Marketingkommunikation kommt selbstverständlich nicht ohne professionelle Bilder aus. Ebenfalls selbstverständlich solche ohne Züge, siehe oben. Man fotografiert statt dessen coole junge Menschen, die für die Gelegenheit in den Konzernfarben eingekleidet werden. Nur gelegentlich erahnt man frivolerweise im Hintergrund das Fenster eines Zuges. – Cool!

Die beste Bahn der Welt will also nicht, dass man sich ein Bild von ihr macht. Wie damals beim Bildersturm bleibt das natürlich ein frommer Wunsch. Das Volk lässt sich seine Heiligenbilder nicht nehmen. Mit Foto- und Videokameras bewehrt schwärmen sie Sonntag für Sonntag aus, (weiterlesen…)

Die “weiteren Worte”. Ein Nachtrag.

Dienstag, 20. Juli 2010

“Mir fehlen die weiteren Worte”, habe ich im untenstehenden Artikel geschrieben.

Andreas Hobi von schweizweit.net hat sie mir nachgeliefert. Er schreibt in seinem Kommentar: “Wenn Du bei der Karte oben rechts im Dropdown-Feld auf eine der anderen Möglichkeiten klickst (Karte, Satellit, Hybrid) gelangst Du zu einer anderen Ansicht.” – Und siehe da: Die Bahnen sind da!

Die “kriminelle Energie” in meinem vorigen Artikel nehme ich zurück. Schweiz Tourismus hat der Schweiz die Bahn nicht gestohlen. – Man hat sie bloss ziemlich gut versteckt. Ein Lapsus in der Kommunikation ist das allemal. Wie der in meinem Artikel, für den ich hier um Nachsicht bitte.

Schweiz Tourismus bewirbt bahnlose Schweiz. Ganz natürlich?

Freitag, 16. Juli 2010

serpent de mer

Nein, es ist nicht der 1. April. Und ja: Dies ist ein Ausschnitt der offiziellen Satellitenkarte auf myswitzerland.com. Und Sie können schauen so lang Sie wollen: Die Eisenbahnbrücke neben der Berner Lorrainebrücke fehlt. Dummer Zufall? – Nein: Absicht!

Am Gotthard gibt es auf dieser Karte keine Gotthardbahn. Keine einzige Bahnlinie verbindet die Städte der Schweiz, bloss Autobahnen. Der offizielle Vermarkter der Destination Schweiz hat auf seiner sonst hervorragend gemachten Karte im Internet sämtliche Bahnlinien fein säuberlich herausretuschieren lassen. So konsequent, dass sogar  die Eisenbahnbrücken fehlen, wie eben die in Bern. Diesem Land die Eisenbahnen zu stehlen, zeugt schon fast von krimineller Energie, könnten boshafte Zeitgenossen meinen.

Dabei ist die SBB eine der finanziellen Säulen von Schweiz Tourismus. Hat das dort keiner bemerkt? Bleibt bloss zu hoffen, dass irgend jemand dort zufällig meinen Blog liest.

Karten sind ein wichtiger Teil der Kommunikation im touristischen Marketing. Wenn sie derart falsch kommunizieren, fehlen mir die weiteren Worte…

The « serpent de mer ».

Dienstag, 13. Juli 2010

serpent de mer

Being of a certain age, I saw and I see similar constellations in communication happening not only twice, but again and again. And some leading to the same mistakes, over and over. That’s what Sam used to call “un serpent de mer”, something like that beast in Loch Ness: up it comes, down it goes, up it comes… And you can’t get hold nor rid of it.

Sam was my boss when I first took over responsibility for the Swiss Federal Railways’ marketing communication, many years ago. We didn’t like each other very much. He had a deep mistrust for everything touching advertising. But there he was right.  And he shared this experience with the rest of us, but only as a generic observation.

I’ll try, in this blog and from time to time and amongst other things,  to share my own experience as well, but to be more specific.  So you might be able to spot them, if they turn up again: the “serpents de mer”, of whatever sort. – You’ll see, when you come back to my blog.

Touristische Filmpremiere.

Freitag, 23. April 2010

Gestern Abend war in der Berner Cinématte feierliche Premiere für die 5 Auftragsfilme, welche die Bieler Twin Productions für Swiss Travel System produziert hat. Unter den Gästen waren ein paar, denen die Erleichterung über den glücklichen Abschluss der mehr als 15-monatigen Vorbereitungs- und Produktionszeit ins Gesicht geschrieben stand.

Mir selber sah man sie (weiterlesen…)

Ich möchte, das wäre von mir!

Donnerstag, 22. April 2010

Copyright Pascal Staub

Eigentlich geht es mir darum,
Pascal Staub zu seinen wunderbaren “Tschuttibildli” für die Japaner zu gratulieren! – Bravo!  Folgen Sie dem Link auf dem Bild, es lohnt sich.

Doch: Ich alleine kenne zwei grosse Schweizer Unternehmungen, die in ihren Corporate Design-Richtlinien den Gebrauch von Illustrationen ausdrücklich verbieten. Es können kaum die zwei Einzigen sein. Ich sehe auch ein, dass es für eine solche Regelung einen Haufen guter Gründe geben kann. Wo käme man denn hin, wenn jeder nach seinem eigenen Gusto…?
Doch das ist nicht der Punkt: So wird die ursprünglichste Form visueller Kommunikation verboten: Zeichnen, malen, gestalten.  Allein die Fotografie, (weiterlesen…)

Einmannagentur? – Aber sicher!

Dienstag, 2. März 2010

Swiss Travel System

Ob Sie es glauben oder nicht: Für Swiss Travel System, die Exportmarke des öffentlichen Verkehrs der Schweiz, habe ich die ganze Agenturarbeit für 2010 alleine gemacht. Ich habe konzipiert, getextet, gestaltet, alles. Zwei Kataloge, ein Leporello, Inserate, alles in x Sprachen, sind an meinem PC entstanden, von A bis Z. Selbst das Redesign der Website kommt aus meiner Küche. Das Webdevelopement hat Sesamnet eingebracht. Denz digital war für die Druckvorstufe zuständig, online, über publi24. 
Zugegeben: Ein Bisschen musste ich auch mir selber beweisen, dass ich das alles kann. Es hat geklappt, und alle sind zufrieden, wohl auch finanziell. 
Besonders viel dazu beigetragen hat der Kunde: Das Vertrauen!
Vielleicht sollten Sie das auch mal ausprobieren?

Einfach, statt kompliziert.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Inserat

Für die Rheinalp GmbH in Freiburg im Breisgau habe ich dieses Inserat gestaltet und getextet. Die Idee ist von mir, das Bild aus der DB-Datenbank, der Text aus meiner Feder. Das Layout habe ich gemäss SBB-Standard per InDesign gestaltet, das Ganze per Mail präsentiert. Zwei Tage nach dem Briefing (auch per Mail) hat Denz digital das Inserat druckfertig gemacht. – So einfach geht das bei mir! 

Penser avec les mains.

Dienstag, 23. Februar 2010

Ich meine, dass Kommunikationsberufe in erster Linie Handwerk sind, nicht Wissenschaft.  Handwerk heisst Wissen mit viel Geschick und etwas Intuition in die Tat umsetzen.
Das scheinen nicht alle so zu sehen. Kürzlich bin ich im Internet (weiterlesen…)

Mein liebstes Spielfeld.

Dienstag, 23. Februar 2010

Eisenbahnspiel Schweiz

Es wird für die Besucher meines Blogs bald einmal klar sein, dass ich zum öffentlichen Verkehr der Schweiz eine besondere Affinität habe. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass ich von 1981 bis 1999 Werbeleiter der Schweizerischen Bundesbahnen war. Ich wäre es aber bestimmt nicht so lange geblieben, wenn (weiterlesen…)