Die SBB hat endlich wieder eine Imagekampagne.
Und eine Gute dazu!

30. März 2012

Zugegeben: Auf den ersten Blick habe ich etwas gestutzt. Mir fehlte der “Stallgeruch” der Halbfetten Helvetica auf dem blauen Grund.

Auf den zweiten Blick und nachdem ich gelesen habe, dass sich die Werbeagentur zusammen mit einer CD-Agentur ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt hat, bin ich schon fast versöhnt mit dem schrägen roten Fenster auf den Plakaten. Das “alte” CD war halt schon arg überreglementiert, buchstäblich bis auf den letzten Quadratmillimeter.

Die TV-Spots finde ich hervorragend, noch ein Stückchen besser als die Plakate. Gute Bilder, toll geschnitten auf einen fröhlichen Jingle.

Kurz: Der alte Mann hat nichts zu meckern. – Bravo SBB, bravo Rod!

Zur Illustration…

21. März 2012

Märklin Swiss Collection 1999

Zur Illustration dessen was ich meine, wenn ich mich gelegentlich als “Eierlegende Wollmilchsau” bezeichne, poste ich hier für einmal eine Illustration aus eigener Hand. Meine Aufgabe war es, für den Jahresbericht die beiden Häuser der Kita Kinderhut in Herzogenbuchsee gemeinsam und möglichst vorteilhaft ins Bild zu setzten. Fotografieren kann man das so nicht. Also habe ich meine Schnappschüsse der beiden Gebäude im Photoshop überarbeitet und die Häuser praktisch von Grund auf neu konstruiert.

Illustrieren macht Spass und ist manchmal besser als einfach fotografieren.

Eine Werbelokomotive ist kein Inserat.

6. März 2012

Märklin Swiss Collection 1999

Mein erster Auftrag als frischgebackener Selbständiger kam von der Firma Märklin in Göppingen: Die Gestaltung einer Serie von 5 Werbeloks. Jedes Jahr wurde eine Lokomotive in neuem Design feierlich eingeweiht, auf die Schienen der SBB geschickt und gleichzeitig als Modell den Sammlern ans Herz gelegt. Das Bild hier zeigt die erste dieser “Märklin Swiss Collection”-Loks.

Seither habe ich ein Auge für Werbeloks. Doch das was ich da sehe, enttäuscht mich mehr und mehr. Für viele Werbeagenturen scheint es keinen Unterschied zwischen einem Werbeinserat und einer Werbelok zu geben. Die Lok ist für den Grafiker einfach eine Werbefläche, die es zu bekleistern gilt. Dass eine Lokomotive ein dreidimensionaler Gegenstand mit einem höchst eigenen Charakter ist, scheint ihm zu entgehen.

Dabei könnte doch so eine Werbelok eine ganz andere Präsenz haben als die eines überdimensionierten Inserats mit einem Bildchen und einem Logo drauf. Sie verkörpert Energie, Grösse, Kraft, Zuverlässigkeit, Sicherheit. Diese geballten Assoziationen strahlen aber nur dann auf die Firma ab die sich so eine Lok leistet, wenn Diesen Beitrag weiterlesen »

Ein Stück Werbegeschichte aus dem Staub geholt.

14. Februar 2012

sbb

Mein Paper zur SBB-Werbegeschichte das ich 2005 für SBB-Historic verfasst habe hat sich bei mir beklagt: Es habe unterdessen im dortigen Archiv so viel Staub angesetzt, dass es fürchte darin vergessen zu gehen.

Deshalb und weil ich gemerkt habe, dass es doch noch Leute gibt, die sich dafür interessieren, habe ich es für die Leser meines Blogs hervorgeholt

Verschenkt der Nationalfonds mit AGORA sein Vertrauen?

10. Februar 2012

Hat der Nationalfonds verstanden, dass er im ersten und prominenten AGORA-Projekt (Genom-Popularisierung, Prof. Hafen) den Wert der offiziellen Anerkennung gegenüber dem der finanziellen Unterstützung unterschätzt hat?

Es geht dabei nicht um die 135 000 Franken, die der Schweizerische Nationalfonds dem ETH-Professor Ernst Hafen für seine PR-Kampagne zugunsten popularisierter Genom-Tests sponsern wollte. Steuerzahler haben für Dümmeres schon mehr bezahlt. Was ich kritisiere ist, dass der SNF scheinbar unterschätzt hat, dass das was für eine solche kommerziell motivierte Kampagne wirklich zählt der Vertrauensvorschuss ist.

Der ist definitiv ein paar Franken mehr wert. Das weiss der Professor. Er ist ja nicht dumm.

Die Steilvorlage des SNF hätte dem Projekt die Türen, Mikrophone und Kameras zu allen Medien geöffnet, on- und offline. Die mickrigen 135 000 hätten aber wohl kaum  die Honorare der PR-Berater gedeckt – nicht ohne eben diese Steilvorlage!

Um das herauszufinden muss man natürlich nicht ohne genauer auf deren Interessen zu schauen “Kommunikationsexperten” befragen. 90% davon finden das geil.

Ein paar andere finden, dass man selbst in diesem Metier genauer hinschauen dürfte.

Das Projekt AGORA hätte einen besseren, weniger kommerziellen Start verdient.

Vivian Maier. A Shadow from the Past.

2. Februar 2012

2012

Der Schatten an der gegenüberliegenden Wand – es ist der einer grossartigen, bis vor kurzem unbekannten amerikanischen Fotografin mit einer unglaublichen Geschichte: Vivian Maier. Ihr halbes Leben lang hat sie als Kindermädchen wohlhabender Leute Kinder gehütet und hatte daneben nur eine Leidenschaft: Die Fotografie.

Ihre weit über 100 000 Fotografien hat sie kaum je jemandem gezeigt. Sie wären wohl für immer verloren gegangen, hätte nicht einer auf einer Auktion der gepfändeten Habseligkeiten der Fotografin ein paar Schachteln mit Negativen, Prints und unentwickelten Filmrollen gekauft: John Maloof, ein Immobilienhändler aus Chicago. Was er in den Schachteln fand, hat sein Leben verändert…

Die ganze wunderbare und traurig schöne Geschichte finden Sie auf vivianmaier.com. Es lohnt sich da reinzuschauen!

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

23. Dezember 2011

2012

Pseudo Bill-Board #3

23. Dezember 2011

sbb

Bei den chinesischen Laundry Shops in NY hiess das damals “No tickee, no washee”.

Die SBB lässt unterdessen nicht einmal mehr St. Nikolaus ohne vorher gekauftes Ticket bussenfrei fahren. Der Schmutzli hatte ihn vorher gewarnt – zum Glück! Die Werber können nichts dafür, ich weiss.

Tja, jetzt hoffen wir mal, dass im Frühling 2012 ein etwas charmanterer Umgang mit den Kundinnen und Kunden Einzug hält.

Ich bin gespannt auf die neue SBB-Imagekampagne. Sie verdient eine Gute, die SBB.

Great Designers #1: Marc Rudin aka Jihad Mansour

22. Oktober 2011

Jihad Mansour aka Marc Rudin

I haven’t seen Marc Rudin in 40 years. We both were young graphic designers when we saw each other the last time I remember in Bern, Switzerland. I just had taken over the post he had had before me, as an employee in Kurt Wirth’s atelier (K.W., famous Swiss graphic designer, 1917-1996) .
I remember that we  had spoken about how tough it was to work for the (in our eyes) old master, but also about the fact that one could learn a lot from him.

Many years later, when I was working as head of advertising for the Swiss Federal Railways (SBB), I found Marc’s signature on a very nice poster in the archives, for the railway’s restaurant cars . From then on I never heard about Marc nor did I see any of his work. That was not evident, because his poster for SBB showed a talent that normally would have led to more occasions to be shown.

Recently I googled Marc’s name. What I found to my surprise was a website (that I leave to my readers to discover themselves) about Marc’s time as an activist and poster designer for the Palestinian Liberation Front. He had called himself Jihad Mansour during that time and, under this war-name, he had created an astounding oeuvre, consisting mostly of posters for his and his comrade’s political goals. So, that was why I had never seen any of his work in Switzerland again.

Even though this political engagement might not please everybody, I find that Marc Rudin is a Swiss designer worth to be rediscovered. That’s why I put one of his extraordinarily expressive posters here.